Die Philosophie von Sattvaveda

Meinem Verständnis nach bilden diese drei Zugänge (Yoga, Ayurveda & Beratung) eine ideale Kombination um Körper, Geist und Seele dem sattvischen, ausgeglichenen Zustand wieder näher zu bringen. Sattvaveda versteht sich als ganzheitliches System. Es geht dabei um mehr als eine wöchentliche Yogastunde - mehr eine ganzheitliche Lebensform. Angefangen von der Ernährung, dem Umgang mit uns selbst, ayurvedischen Anwendungen über Yoga (Asanas, Pranayama und Meditation) und schließlich auch über eine Lebensphilosophie, welche sich im Denken und Handeln ausdrückt. Es gibt zahlreiche Parallelen in der altindischen Philosophie dieser zwei Systeme (Ayurveda und Yoga) und den verschiedenen Ansätzen in der moderenen Lebens- und Sozialberatung. Gerade in der Auflösung unserer oft negativ besetzten Denkmuster und Glaubenssätze, also nichts anderem, als der Lenkung unseres Geistes, wie es in den Yoga Sutren heißt, steckt viel Potential für Veränderung und Weiterentwicklung. Das ist das Schöne am Konzept von Sattvaveda, dass so viele Zugänge ihren Platz haben und sich auf ideale Weise ergänzen.

 

Sattva bedeutet in der indischen Philosophie Klarheit und Harmonie. Veda soviel wie das Wissen, die Lehre. Sattva ist sowohl im Yoga als auch im Ayurveda eine der drei Gunas (drei Eigenschaften, Qualitäten), Rajas und Tamas vervollständigen diese. Rajas ist die treibende Kraft, Leidenschaft und Verausgabung. Tamas hingegen verkörpert Trägkeit, Passivität und Stille. Sowohl in der Lehre des Yoga als auch im Ayurveda streben wir nach einem möglichst sattvischen Zustand. Wenn unser Geist von tamasischen oder rajasischen Kräften beeinflusst wird, dann ist auch unsere Sichtweise auf die Welt entsprechend gefärbt. Wir empfinden beispielsweise, dass die ganze Welt gegen uns ist oder spüren stetige Unruhe. Im sattvischen Zustand gelingt es uns durch einen objektiveren Blickwinkel mehr Gelassenheit zu entwickeln. Dies gilt auch auf körperlicher und seelischer Ebene. Der Weg zu dieser Ausgeglichenkeit ist für jeden Menschen individuell, so wie jeder Mensch einzigartig ist.

 

 

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Yoga ist weit mehr als nur Körperübungen, es ist eine Lebensphilosophie, die sich letztlich im Denken und Handeln ausdrückt. Dies finden wir auch in den bekannten Yoga Sutren von Patanjali wieder. Wenn Yoga auf seine wesentliche und ursprüngliche Form zurückgeführt wird, erfahren Praktizierende Veränderungen an Körper und Geist. Eine natürliche Verbindung mit einer inneren Qualität entsteht. In den Upanishaden finden wir dazu folgende Zeile: "Lerne DAS kennen, wodurch ALLES erkannt wird."

Der Zustand von Sattva gilt als Grundlage jeder spirituellen Praxis. Das Yoga bietet uns hier mehrere Zugäne, sei es durch Asanas oder Meditation. Nur im sattvischen Zustand ist es uns möglich, unser wahres Wesen (Sat) zu erfahren.

 

In der Auseinandersetzung mit den Yogasutras, den Lehrern von Patanjali wird schnell klar, dass es sich beim Yoga um ein sehr komplexes System handelt.

 

Der achtgliedrige Pfad des Yoga von Patanjali

 

Patanjali war indischer Gelehrter und Verfasser des Yogasutra, er gilt als Vater des Yogas. Er lebte irgendwann im 2. bis 4. Jhd nach Christus. Die ältesten Schriften des Yogas sind allerdings 5000 Jahre alt.

Der Weg des Yoga wird meist vereinfacht als der achtgliedrige Pfad dargestellt und ist eine Art Rezept aus acht verschiedenen Gliedern.

1. Yamas – der Umgang mit der Umwelt

2. Niyamas – der Umgang mit sich Selbst

3. Asanas – der Umgang mit dem Körper

4. Pranayama – der Umgang mit dem Atem

5. Pratayahara – der Umgang mit den Sinnen – das Zurückziehen der Sinne

 

6. – 8. Samyama – der Umgang mit dem Geist

6. Dharana – Konzentration

7. Dhyana – Meditation

8. Samadhi – das Höchste: die innere Freiheit

 

In den Yogasutras lesen wir zu Beginn "Yoga citta vritti nirodahah". Yoga ist das Ruhigstellen des Geistes, ihn auf einen Gegenstand auszurichten. Patanjali beschreibt hier zwar das Yoga, aber im Grunde ist es auch der Zustand der Meditation. Somit können wir die Meditation  als das Herzstück des Yoga bezeichnen. 

 

Nicht zuletzt deshalb ist mir die Meditation ein großes Anliegen in meinen Yogastunden. Aber auch die Atemschulung - Pranayama wird oft unterschätzt. Der Atem spielt eine wesentliche Rolle in unserem Gesamtsystem und hat einen großen Einfluss auf die Psyche und den Organismus des Menschen. Durch Pranayama können wir unsere Lebensenergie wieder mehr ins Fließen bringen.

 

Auch die Verbindung von Atem und Bewegung ist wesentlich im Yoga. So kann bereits ein meditativer Zustand im Üben der Asanas entstehen. Auch Mantras gehören mittlerweile zu jeder meiner Stunden, welche ich hin und wieder - allerdings mehr in Workshops - durch mein Indisches Harmonium begleite.